Arbeit im DIZ

Mein Praktikum ist mittlerweile in der vierten Woche, da ich aber meistens jeden Tag das Gleiche mache, wäre es irgendwann langweilig jeden Tag darüber zu schreiben oder zu lesen. Also gebe ich jetzt einfach mal einen kleinen Zwischenstand, was ich denn bisher hier im DIZ erlebt und gemacht habe.

Meine Hauptaufgabe besteht darin, Presseberichte von früher, also ab 1933, die sich mit den Emslandlagern und den Geschehnissen beschäftigen, zu digitalisieren. Im Endeffekt heißt das so viel, dass ich diese Presseberichte abtippe und sie später in das digitale Archiv eingefügt werden. Diese Arbeit ist sehr interessant. Es gibt viele verschiedene Arten von Berichten. Es gibt die Tageszeitungen wie die "Ems-Zeitung" oder "Der Emsländer", dann aber auch nationalsozialistische Zeitschriften wie "Der schwarze Korps" und auch Widerstandszeitschriften wie "Der Gegenangriff". Die verschiedenen Darstellungen der gleichen Geschehnisse ist hierbei das Interessanteste.

Berichtet wird über die Entstehung der Lager, auch darüber, wie viele Gefangene an einem bestimmten Tag in ein Lager überwiesen wurden, dann auch wenn ein Gefangener auf der Flucht erschossen wurde und wenn höhergestellte Persönlichkeiten, wie z. B. Politiker, die Emslandlager besuchten.

Eine weitere Aufgabe ist es auch, dass ich mich um die Besucher, die in das DIZ kommen um die Ausstellungen zu sehen, kümmere. Es gibt zwei Ausstellungen. Einmal die Dauerausstellung zur Geschichte der Emslandlager und dann die momentane Sonderausstellung "Kultur als Zuflucht - Kunst im Lageralltag" mit Zeichnungen, Schnitzereien und anderen Kunstgegenständen, die von den Häftlingen während ihrer Gefangenenschaft in den Lagern gefertigt wurden. Außerdem wird oft vorher noch ein 45 minütiger Film, der vom NDR gedreht wurde, gezeigt.

Am Dienstag ergab sich nun für mich eine besondere Gelegenheit. In Esterwegen findet momentan wieder ein Workcamp von Jugendlichen, die aus Russland, der Ukraine, Bulgarien, Moldawien, Polen, Rumänien und Deutschland stammen, statt. Die Jugendlichen führen Ausgrabungen auf dem ehemaligen Lagergelände durch. Zu diesem Anlass kam ein ehemaliger Häftling, Karsten W., in die Waldschule in Esterwegen und erzählte von seinem Leben, wie er, obwohl er ein deutscher Soldat war, in das Lager in Esterwegen kam, später wieder an die Front geschickt wurde, schließlich in russische Kriegsgefangenschaft geriet und dort aber so viel Glück hatte, dass er 1948 als einer der Ersten wieder nach Deutschland zurückkehren konnte.

Es war ein sehr bewegendes Erlebnis ihm zuzuhören. Karsten W. mag gerne seine Geschichte erzählen, damit die Menschen, und gerade die Jugendlichen, von dieser Zeit erfahren und das Geschehene auch nicht vergessen. Wichtig scheint ihm auch zu sein, dass man sich mit der Geschichte auseinandersetzt, sich mit ihr beschäftigt und sie dann auch weiter gibt.

 

7.8.08 12:00


Anfang

Hier wird in Kürze mein Online-Tagebuch zu meinem Praktikum im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager entstehen. Ich werde meine Tätigleiten beschreiben, sowie auch einige Fotos online stellen.
5.7.08 18:49


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